von ſollten wir leben? Von Liebe und Mondſchein, nicht wahr?
Nein, ich kann arbeiten, und ich will es! O wie gern, wie freudig will ich arbeiten, wenn Du es nur erlauben willſt!
Das fehlte nur noch, rief er empört, daß meine Frau für Geld nähete oder ſtrickte; eine ſchöne Demü⸗ thigung das für einen Dichter! Nein, ich danke erge⸗ benſt für die Rolle, die Du mir da aufdringen möchteſt, ich danke ergebenſt! Ich der Gemahl einer Schneider⸗ mamſel ſein! Ha, ha, ha!
Du biſt grauſam, ſeufzte Sophie, und wandte ſich ab, ihre Thränen zu verbergen. Bonaventura ſuchte ſie nicht zu tröſten. Was lag ihm daran, ob ſie weinte? War er doch ihrer Liebe gewiß und ihrer Bewunderung, gewiß, daß ſie nimmer aufhören würde, ihn zu lieben, trotz ſeines verdrießlichen Weſens, trotz ſeiner Härte. Warum alſo ſollte er vor ihr ſich verbergen und ver⸗ hüllen, vor ihr, die nicht mehr zu erobern war, die ihm ganz und ungetheilt gehörte? Bonaventura war nichts weiter als ein geſchickter Modellſteher, und ſeine Tugen⸗ den, ſeine Liebenswürdigkeit, ſein Talent, das Alles wa⸗ ren ihm die Glieder, die er nach ſeinem Willen in ir⸗ gend eine köſtliche und impoſante Stellung brachte, vor⸗ ausgeſetzt, daß die Welt ihn ſo bewunderte und abkon⸗ terfeite. Vor wem aber ſollte er hier Modell ſtehen


