Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 23

und willſt es mir doch verbergen. Du biſt alſo unglück⸗ lich, denn ein Mann weint nur, wenn er ſehr unglück⸗ lich iſt. Und weil Du mir Dein Unglück verſchweigen willſt, ſo kenne ich es jetzt. Es iſt alſo Eva, es iſt meine Tochter, die Dich unglücklich macht. Ralph wollte ſprechen, ſie wehrte ihm leiſe, und fuhr ſchneller fort: Ich wußte dieſes ſchon, ach ſchon lange; denn, Ralph, ſeit einiger Zeit arbeiteſt Du nicht mehr, und wir, die wir der Arbeit gewöhnt ſind, laſſen ſie nur, wenn wir ganz troſtlos ſind, ganz verzweifelt!

Aber nein, Mutter Anna, ſagte Ralph, Du irrſt in der That. Wenn ich weniger jetzt arbeite, ſo geſchieht es, weil ich keine Zeit mehr dazu finden kann. Die vie⸗ len Beſuche, die vielen Geſellſchaften hindern mich ein wenig!

Und wer hat dieſe Geſellſchaften geſucht und ge⸗ wollt, Du etwa, mein Sohn? Warſt Du es, der zu Eva ſagte, wir wollen das liebe kleine Haus da drüben ver⸗ laſſen, und uns eine lächerlich aufgeputzte neue Woh⸗ nung nehmen? Warſt Du es, der ſagte, wir wollen in Geſellſchaft gehen, und uns müßig herum treiben bei den reichen, müßigen Leuten? wir wollen nicht mehr arbeiten, wir wollen nur in nutzloſen Zerſtreuungen unſer Leben hinbringen? Antworte mir, Ralph, warſt Du es, der alles das wollte? Du ſchweigſt, fuhr ſie fort, denn Du weißt, daß Du es nicht warſt, Du weißt, daß alles dies veranſtaltet ward von Eva, von dieſem thörichten, eitlen