cheln zufäͤllig, oder einen andern Grund hatte?— Ach und wäre es auch, ſagte er nach langer Stille mit ſchmerz⸗ voollem Ton, wäre es auch, daß ich mich täuſchte, bin ich
deshalb weniger unglücklich? Sie liebt mich ja nicht, das iſt der große, furchtbare Schmerz, und ob ſie einen Andern liebt, das gilt dann gleich!— O mein verlor⸗ nes Glück!
Nun ſchwieg er, und ſank troſtlos nieder auf ei⸗ nen Seſſel, weinend und klagend, ächzend und ſeufzend. Da öffnete ſich die Thür, und Mutter Anna trat herein.
War's mir doch, als hörte ich hier weinen und klagen? ſagte ſie; auch meinte ich laut ſprechen zu hö⸗ ren, und nun biſt Du ganz allein hier, mein Sohn?
Ja, ganz allein, Mutter Anna, erwiderte Ralph mit einem matten Lächeln. Auch glaube ich, daß ich laut mit mir ſelbſt geſprochen habe, Du kennſt ja dieſe meine ſchlechte Angewohnheit.
Und das Weinen und Klagen? fragte Mutter Anna.
Das muß wohl ein Irrthum geweſen ſein, erwie⸗ derte er leiſe, ich war es nicht.
Mutter Anna nahm ſchweigend das Licht, und be⸗ leuchtete damit das Antlitz Ralph's, der vor ihren prü⸗ fenden Blicken das Auge zu Boden ſenkte. Dann ſetzte ſie das Licht wieder hin, und ſagte mit entſchiedenem Ton: Ralph, Du haſt geweint!
Ralph ſchwieg.— Du haſt geweint, fuhr ſie fort,


