Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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kann nicht treulos ſein! O Gott, Gott, für ſo viel Liebe, ſo viel Geduld nicht einmal den Troſt zu haben, daß ſie mindeſtens keinen Andern liebt! O Gott, es iſt ſo entſetzlich zu lieben und nicht geliebt zu werden! Und wie er ſo ſprach, ſank er nieder vor dem Divan in ungeheurem Schmerz und das Haupt in den Kiſſen verbergend, ächzte und ſeufzte er laut. Dann nach einer langen, ſchmerzvollen Pauſe richtete er ſich auf, und ſchien ruhig und ergeben. Was klage ich denn, ſagte er leiſe, habe ich ſie denn verloren, wenn ſie mich nicht liebt? Bleibt ſie mir denn nicht, wenn ihr Herz mir auch nicht gehört? Ach, kann ich ſie denn zur Liebe zwingen und zur Treue, weil ſie mein Weib iſt? Ach⸗ das Herz iſt wunderbar und unerforſchlich, es läßt ſich ja nicht gebieten, und befehlen. Und hätte ich tau⸗ ſend Eide geſchworen, Eva zu vergeſſen, ſie nicht mehr zu lieben, ich würde ja dennoch alle dieſe Eide brechen, und ſie lieben, ewig, immerdar. Und iſt's nicht umge⸗ kehrt ſo mit ihrem Herzen? Haben ihre Lippen auch den Eid der Treue geſprochen, und den Schwur der ewi⸗ gen Liebe, ihr Herz kann dennoch dieſen Eid nicht hal⸗ ten, und nicht erfüllen, was der Mund gelobt. Sollte ich ihr deshalb zürnen, kann ich ihr, meiner Eva, des⸗ halb Vorwürfe machen? Und dann, ſagte er, und ein Hoffnungsſtrahl fuhr durch ſeine Bruſt, kann es nicht ſein, daß ich mich täuſchte, daß dies Erröthen, dies Lä⸗