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zu blicken und zu ſeufzen. Wen ſuchte ſie? Und wie kommt es, daß heute, wo ſie wieder in einer glänzen⸗ den Geſellſchaft ſteht, wo wieder ihr Auge ſpähend um⸗ her fliegt, daß heute plötzlich eine unendliche Freude aufblitzt in dieſen Augen, ein tiefes Roth ihr Hals und Antlitz überzieht, und der Athem in ihrer Bruſt ſtockt? Ihr Auge ſucht nicht mehr, es hat gefunden.
Eva, theuerſte Schweſter, ich wußte, daß ich Dich hier finden würde, flüſtert eine Stimme neben ihr, als ſie ſich jetzt einen Augenblick zurückgezogen hat in eine Fenſterniſche. Von nun an werde ich jeden Abend ſein, wo Du biſt, denn überall dort habe ich Beſuche gemacht. O, ſagte ſie mit vollem ſeligem Lächeln, nun erſt werde ich zufrieden ſein, Victor, nun da Du, mein geliebter Bruder, an meiner Seite biſt!
Aber, ſagte er flüſternd, nun laß uns auch zeigen, Schweſter, wie heilig uns unſer Bund iſt, indem wir ihn ſorgſam verbergen vor Jedermann und Niemand ah⸗ nen laſſen, welch' ein tiefes, herrliches Glück uns ver⸗
eint. Wohl, wohl, ſagte ſie, ich verſtehe Dich ganz. Wir
wollen uns fremd ſein und kalt, und wenn wir uns nicht
ſprechen können, o mein Gott, ſo ſehen wir uns doch! Niemals war Eva heiterer, ſtrahlender, ſchöner geweſen,
als an dieſem Abend, nie hatte man ſie mehr bewun⸗
dert, ſie höher geprieſen. Nur Ralph nahm nicht Theil 2*


