Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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Salons, und froh ſind, wenn es ihnen gelingt, einmal unter ihren Gäſten einen Baron, oder eine Gräfin auf⸗ führen zu können. So war Gräfin Jelſa um ihres Ti⸗ tels und Namens willen in dieſen Geſellſchaftskreiſen eine gern geſehene und geſuchte Erſcheinung, und ſie durfte hoffen, daß man auch dem unter ihren Auſpicien ſich darſtellenden Ehepaar freundlichſt entgegen kommen würde. Erſt nach vielfachen Unterhandlungen, nach vielem Schmol⸗ len und Weinen von Eva's Seite hatte ſich Ralph ent⸗ ſchloſſen, dieſe Viſiten mit zu machen, und als er es dann that, geſchah es mit einer völligen Reſignation und Er⸗ gebung, ohne irgend eine Klage oder einen Vorwurf. Schweigend und reſignirt verließ er nun jeden Morgen ſeine Arbeit, ſeine geliebte Werkſtatt, um die modiſchen Kleider anzulegen, die Eva ihm beſorgt hatte, und dann den eleganten Wagen zu beſteigen, um mit der Gräfin und Eva Viſiten zu fahren. Man ward überall mit Zuvorkommenheit empfangen, und als nach Verlauf von acht Tagen dieſe Antrittsviſiten beendigt waren, ſagte die Gräfin triumphirend: nun, meine theuerſte Eva, kön⸗ nen wir uns dem ſüßeſten far niente hingeben und war⸗ ten. Alle Welt iſt entzückt von Ihnen, und Sie wer⸗ den ohne Frage die lionne dieſes Winters werden. Man wird ſich beeilen, uns die nöthigen Gegenbeſuche zu ma⸗ chen, und dann werden die Geſellſchaften ſich drängen.

Gräfin Jelſa hatte Recht gehabt, und in wenigen Eva. II. Theil. 2.