Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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Er ſchreckte zuſammen, und blickte empor, und als er Eva erkannte, drang ein ſchriller, durchdringender Schrei der Freude von ſeinen Lippen. Udo nicht mehr weint, ſagte er aufſpringend, Udo nicht traurig iſt, denn Engel Eva iſt da, Udo ganz glücklich, ganz zufrieden iſt.

Und will Udo auch nicht mehr weinen? fragte Cva, ihn theilnahmsvoll betrachtend.

Udo nie mehr weint, wenn Engel Cva es nicht will, ſagte der Kranke ſchüchtern; Udo immer lachen will. Und zur Beſtätigung ſeiner Worte brach er in ein lautes Lachen aus, das aber herzerſchütternd und wehmüthig zu hören war.

Armer Udo, ſagte Eva mitleidsvoll, armer Udo!

Der Jüngling begegnete ihren theilnahmsvollen Blicken mit entzücktem Lächeln, ſeine Augen begannen zu leuchten, und wie ein Lichtſtrahl zuckte es über ſein ſchöͤnes regelmäßiges Antlitz; es war als erwache ſeine Vernunft unter Eva's Anblicken und unter ihrer Theil⸗ nahme. Sieh mich immer ſo an, ſagte er dann mit völlig verändertem Ton, ſieh mich an, dann ſehe ich die Sonne ſelber, und fühle den Himmel ganz groß und heiß in meiner Bruſt, den Himmel mit all' ſeinen Ster⸗ nen. Ach, Engel Eva, rief er plötzlich, ſich vor ihr nie⸗ der werfend, und ihre Kniee umklammernd, Engel Eva, ſei gnädig gegen mich!