Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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theil meines armen Ralph. Recht haben Sie, er ver⸗ ſchmäht etwas zu ſehr das Aeußere, und ſeine Haltung könnte beſſer, ſtolzer ſein, aber es thut mir dennoch weh, ihn tadeln zu hören. Er iſt ſo gut, ſo edel, ach, und zuweilen ſieht er ſo unglücklich aus, daß mein ganzes Herz erzittert vor Mitgefühl.

Aber wie kann ein Mann unglücklich ſein, der ein ſo herrliches, ſchönes Weib beſitzt, rief Gräfin Jelſa vorwurfs⸗ voll, ein Weib beſitzt, deſſen Anſchauen alle Andern ſchon ſe⸗ lig macht. O Eva, wenn Sie ahnen könnten, welch' einen tiefen, ſegensvollen Einfluß Sie auf meinen armen Udo ausüben. Ja, ſeit Sie ſich zuweilen mit ihm beſchäftigen, iſt eine ſo merkwürdige und glückliche Umwandlung in ihm vorgegangen, daß ich für die Zukunft das Herrlichſte und Beſte hoffe, wenn Sie nur nicht nachlaſſen in Ihrer himmliſchen Güte und Geduld, wenn Sie ſich ſeiner nur auch ferner erbarmen, und es dulden, daß er Sie liebt, wie ſeine Heilige, ſeine Gottheit. O Eva, Theuerſte, Geliebteſte, hören Sie das Flehen einer unglücklichen Mut⸗ ter, verlaſſen Sie nicht meinen armen Sohn, und ich bin gewiß, durch Ihre Hülfe wird er vollkommen ge⸗

neſen. eſ

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Eva reichte der Gräfin gerührt die Hand. Glau⸗ ben Sie nur, ſagte ſie innig, daß ich Alles, was in meinen Kräften ſteht, thun werde, um Ihrem armen