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O, ich kenne Herrn Ralph, ich durchſchaue ihn, und ſehe es wohl, daß er es abſichtlich verſchmäht ſich weiter zu bilden, feinere Redeformen, ungezwungenere Manieren anzunehmen, um nicht dadurch ſeinem niedern Stande entrückt zu werden.
Nein, nein, Sie irren, ſagte Eva lebhaft, Sie thun meinem armen Ralph entſchieden Unrecht.
Und Sie ſind viel zu gut, theure einzige Eva, als daß Sie hören könnten, wie man Herrn Ralph ta⸗ delt, ſelbſt wenn Sie einſehen, daß man Recht hat. Und Recht habe ich! Auch äußerlich vernachläſſigt ſich Ihr Gatte auf eine wirklich auffallende Weiſe. Wie altmo⸗ diſch und unfein er ſich kleidet. Wahrhaftig, wenn Sie Beide ſo neben einander ſtehen, Sie mit Ihrer edlen, ſtolzen Haltung, Ihrem ſchön gehobenen Haupte, Ihrer impoſanten Figur, Sie, in Ihrem eben ſo einfachen als geſchmackvollen und modiſchen Anzuge, und daneben Ralph in dem langen ſpießbürgerlichen Rocke, an dem die Aermel zu kurz ſind, und die rothe, harte Hand ganz frei laſſen, mit dem krummen Rücken und dem vorn⸗ über geneigten blaſſen Haupte, wahrlich, wenn man ſie Beide ſo ſieht, man wäre viel eher geneigt, ihn für Ih⸗ ren Bedienten, als für Ihren Gemahl zu halten.
Sie tragen etwas zu ſtark auf, ſagte Eva leiſe lächelnd, ſowohl zu Gunſten meiner, als auch zum Nach⸗
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