Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
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er auch nicht unzufrieden ſei über die etwas ſehr bedeu⸗

tende Summe

Nun, was ſagte er da? fragte Eva geſpannt.

. Daß nichts, was Ihnen Freude mache, zu theuer ſein könnte, und daß ſie vollkommene Macht und Freiheit hätten, mit Ihren Renten zu thun, wie es Ihnen beliebe, und daß er, als der bloße Verwalter Ihres Vermögens, Sie niemals beſchränken werde.

Mein Mann iſt ſo edel, ſo gütig, ſagte Eva, innig gerührt von dieſem Beweiſe des tiefen Zartſinnes ihres Gatten.

In der That, erwiederte die Gräfin, es giebt viele Männer, die weniger beſcheiden und rückfichtsvoll han⸗ deln, und die, wenn auch das ganze Vermögen der Frau gehört, dennoch mit demſelben ſchalten und walten, als gehöre es ihnen allein, ja, die der Frau kaum ſo viel ge⸗ ben, um davon die nothwendigſten Bedürfniſſe der Toi⸗ lette zu befriedigen. In dieſem Punkte haben Sie wirk⸗

lich Grund, mit Ihrem Gatten zufrieden zu ſein; wollte Gott, es wäre in allen andern Dingen auch ſo! Aber ſinden Sie nicht, theuerſte Eva, daß, je mehr Sie ſich in Ihrer Bildung vervollkommnen, Ihr Mann deſto mehr hinter Ihnen zurückbleibt, und dies, wie es ſcheint, ganz abſichtlich, und in dem Beſtreben, Sie immer wie⸗ der daran zu erinnern, in welche Sphäre hinein Sie

durch die Grauſamkeit Ihrer Mutter verheirathet ſind!

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