Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

nd Sie können in demſelben eine Fürſtin empfangen, ohne ſich zu ſchämen.

Ja, es iſt ſchön hier, ſagte Eva ſinnend, und doch bin ich gar nicht ſo freudig und glücklich darüber, wie ich wohl ſein ſollte. Ein eigenes beklemmendes Gefühl drückt meine Freude immer wieder nieder, und vorhin, als meine Mutter hier hinein ſah mit einem ſo verach⸗ tungsvollen, ſpöttiſchen Lächeln, da war es mir faſt, als ſchämte ich mich; unwillkührlich ſchlug ich die Augen nieder, und wagte nicht eher wieder aufzuſehen, als bis ich ſie ſich entfernen hörte.

Ach Ihre Mutter! ſagte die Gräfin verdrießlich, ich geſtehe Ihnen, beſte Eva, daß ich Ihre Nachſicht und Geduld mit dieſer eben ſo beſchränkten als eigenſinnigen alten Frau gar nicht begreifen kann. Dieſer Eigenſinn der alten Dame gränzt ja wahrhaftig an Wahnſinn. Sie will einmal durchaus für eine ganz arme, unbemit⸗ telte Frau gelten, und ſucht, ſo viel ſie kann, auch das Gerücht zu verbreiten, daß Sie gleichfalls ganz unbemit⸗ telt waͤren, und ſie ſagt das ſo oft und mit ſolcher Be⸗ ſtimmtheit, daß man ihr wahrhaftig glauben ſollte, wenn ich nicht eben durch Ihren Gatten ſelbſt das Gegentheil wüßte.

Durch Ralph? fragte Eva verwundert.

Ja wohl, geſtern, als ich ihm die Rechnung zeigte über Alles, was wir gekauft haben, und ihn fragte, ob