Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Entstehung
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Deinen Schwur brechen und morgen mit einem Andern zum Altar treten?

Nein, nein, ſagte ſie bebend und rathlos.

So komm! wiederholte er, komm, folge Deinem Gatten, denn das bin ich, war ich von dem Augenblicke an, da Dein Herz mir gehörte. Und als ſie noch zagte und ſchwankte, zog er ſie in ſeine Arme und flüſterte in ihr Ohr ſüße, bezaubernde Worte der Liebe, hinreißende Worte des Flehens und des Entzückens. Sophie wider⸗ ſtand nicht länger; ſie lehnte ſich willenlos in ſeine Arme und flüſterte mit vergehender Stimme: ſo nimm mich mit Dir. Hinfort biſt Du auf Erden meine einzige Zu⸗ flucht, mein einziges Glück! Nimm mich denn hin, ich bin die Deine! Und Bonaventura ſank vor ihr nieder in unausſprechlichem Entzücken, ihre Füße zu küſſen und ihr Gewand, und ihr tauſend zärtliche Namen zu geben, und ihr immer auf's Neue wieder ſeine Liebe zu ſchwö⸗ ren. Dann ſprang er auf, und ſagte dringend: ſo laß uns gehen! Nimm ſchnell das Nothwendigſte und komm!

Sie raffte eiligſt einige Kleidungsſtücke und ihren Schmuckkaſten zuſammen; er hing ihr den Mantel um, dann löſchten ſie das Licht aus, und ſchlichen leiſe hinaus. Nie⸗ mand bemerkte ſie, und ungeſehen verließen ſie das Haus.

In einem der abgelegenſten und am wenigſten be⸗ ſuchten Theile der Stadt hatte Bonaventura vorſorglich ein kleines freundliches Stübchen gemiethet. Dahin fuhr