Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

256

nach Höherem zu ſtreben, und der Stolz feuerte ihn dann an, auf dem einmal betreitenen neuen Pfade muthig wei⸗ ter zu ſchreiten, ohne der Beſchwerden zu achten, ohne über die Mühe zu klagen. Unter den härteſten Entbeh⸗ rungen jeglicher Art hatte er Jahre verbracht, in an⸗ geſtrengtem Studiumhungernd oft und dürſtend, die Nächte für niedrigen Lohn langweilige Abſchriften ma⸗ chend, Tags Kinder im Schreiben unterrichtend, und den Erlös ſeiner Mühe und Arbeit hatte er dann dazu ver⸗ wandt, die Unterrichtsſtunden zu bezahlen, die er ſelbſt bei den erſten und ausgezeichnetſten Lehrern nahm; es gab Tage, wo er nichts hatte, ſein Leben zu friſten, als ein Stückchen trockenes Brod, ein Glas Waſſer; er dies aber mit dem friſchen Muth eines Weiſen, ohne zu klagen, oder zu murren; er entbehrte und duldete, er gab ſein mühſam erworbenes Geld hin für theuren Unterricht, aber nicht aus Liebe zu den Wiſſenſchaften, nicht um dieſem innern Drange nach Kenntniſſen und Erkenntniß zu genügen, ſondern aus Stolz, um der hö⸗ hern Geſellſchaft angehören zu können, aus ECitelkeit, um in dieſer höhern Geſellſchaft glänzen zu können. So hatte er erreicht, was er wollte;z wenige Jahre hat⸗ ten genügt, um ſeinem Geiſte eine der Welt genügende, wenn auch oberflächliche Bildung zu geben, und ihn der höhern Kreiſe der Geſellſchaft würdig zu machen. Was bei Eva Ehrgeiz, war bei ihrem Bruder Eitelkeit; einer