243
unſern gedrückten Zuſtänden, in unſerer heilloſen Knecht⸗ ſchaft mindeſtens doch erſt bis zum Dhurnaſitzen gekom⸗ men, es wäre doch der Anfang einer That!
Und was bedeutet dies Wort? fragte Victor.
Die Indier, wenn ſie mit der Verwaltung ihrer Regierung unzufrieden ſind, und auf vielfaches Klagen und Bitten keine Abſtellung ihrer Beſchwerden erlangen können, dann hüllen ſie ſich in ihre Gewänder, und zie⸗ hen zu ganzen Schaaren, viel Tauſende, Männer, Wei⸗ ber und Kinder, hinaus auf das Feld; dort ſetzen ſie ſich nieder, ſchweigend und ſtill; ohne zu eſſen, ohne ſich zu bewegen, es mag regnen und ſtürmen, ſitzen ſie ſo Tage und Nächte hindurch. In den Städten iſt es indeß öde und leer, die Geſchäfte des Tages bleiben unverrich⸗ tet; kein Bäcker iſt da, Brod zu backen, kein Fleiſcher, Vieh zu ſchlachten, Alle ſitzen ſie da draußen, ſchwei⸗ gend und unbeweglich, bis endlich die Regierung Hun⸗ gersnoth und alle möglichen Uebel vor ſich ſehend, nach⸗ geben muß, und einen Geſandten hinaus ſendet zu den Dhurnaſitzern, um ihnen anzuzeigen, daß ihren Beſchwer⸗ den abgeholfen werden ſoll.
O GSott, Gott, ſagte Victor lachend, wollten doch die Berliner ein einziges Mal das Dhurnaſitzen probi⸗ ren, Platz genug iſt da auf den Sandflächen, mit de⸗ nen uns Gott geſegnet hat. Aber es iſt keine Hoff⸗
nung dazu da. Denn ohne Weißbier ſetzt ſich kein Ber⸗ 16*


