Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Entstehung
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und das Leben und die Qualen nicht länger gedauert und nicht früher erloſchen waren, als wie er es berech⸗ net hatte. Gleich jenen herz⸗ und empfindungsloſen Forſchern und Aerzten, die der Schmerzen nicht achten, und der menſchlichen Pein, wenn es gilt eine neue For⸗ ſchung zu machen, die die prüfende Sonde mit ruhigem Auge in die blutende Wunde ſenken, und das zuckende ächzende Opfer fragen: ſchmerzt dies auch? gleich die⸗ ſen wollte er dieſer werdenden Krankheit im Gemüthe Eva's folgen, nicht um ſie zu heilen, ſondern um ſeine eigene Wiſſenſchaft von ſolcher Krankheit zu bereichern.— Die Männer ſind ſo egoiſtiſch und hartherzig, ach, und wie oft wird ein armes, liebendes Weib dieſem Egois⸗ mus und dieſer Härte zum Opfer gebracht, und ſie dul⸗ det es ſchweigend und ſinkt lächelnd ins Grab, denn die Hand, die ihr den Todesſtoß gab, es war doch die Hand des Geliebten!—

Welch' eine köſtliche Unterhaltung iſt dies! ſagte Victor, als er heute Eva verlaſſen, und langſam unter den Linden auf und ab ging. Wirklich, ich habe mich ſeit Jahren nicht ſo heiter und friſch gefühlt, und mich ſo gut unterhalten. Es iſt wirklich ein herrliches Weib dieſe Eva, ſo ſchön und lieblich, ſo naturvoll und un⸗ ſchuldig, o, und ſo leicht zu durchſchauen, daß man jede deegung ihres Gefühls ſchon vorher berechnen und wiſ⸗ ſen kann. Sie hat alſo richtig vieſem Mährchen von