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ben mit treueſter Bruderliebe, und nenne mich nun auch, Du holdeſte, ſüßeſte Schweſter, mit dem Namen Bru⸗ der! Sieh, ich knie hier zu Deinen Füßen, wie man vor Gott knieet, wenn man bittet um ſeinen Segen. Eva, meine Schweſter, ſegne mich mit dem Brudernamen! Wiie er zu ihr aufſchaute mit dieſem edlen, blei⸗ chen Angeſicht, mit dieſen großen, glühenden Augen, da fühlte Eva ihr Herz wunderbar bewegt und befangen; ſie neigte ſich zitternd, einen Kuß auf ſeine Stirn zu drücken, und ſagte leiſe: mein Bruder!— Meine Schweſter! rief er jubelnd, und hob ſchon die Arme, ſie zu umfaſ⸗ ſen. Dann ſchien er ſich zu beſinnen, er ließ die Ar⸗ me ſinken, und küßte mit dem Ausdruck tiefſter Ehr⸗ furcht ihr Gewand. Heilig ſollſt Du mir ſein, nun und immerdar, ſagte er dann, und Dein himmliſches Ver⸗ trauen ſoll nimmer von mir hintergangen werden. Mit dieſem Kuß, den Du auf meine Stirn gedrückt, haſt Du mich gefeit und gewappnet gegen alle Stürme und Anfechtungen der Welt, und wenn ich Dich meine Schwe⸗ ſter nenne, ſo biſt Du doch meine Heilige, zu der ich nur beten, die ich niemals begehren kann.
Das eben iſt das Herrliche, das Schöne, ſagte Eva mit glühenden Wangen und ſchwärmeriſchen Blicken, daß wir das Band, das uns mit einander verbindet, ſo offen und ohne Scheu der Welt zeigen können, daß wir die Augen nicht niederſchlagen, ſondern frei erheben dür⸗


