224
in kalter, unterirdiſcher Gruft, während oben über den Saͤrgen die edle Geſtalt der königlichen Frau aus dem Grabe die ſteinerne marmorne Auferſtehung hielt, und in durchſichtiger Schöne lächelnd zu ſchlummern ſchien auf dem weißen Marmorbette. Ralph ſetzte ſich nieder auf den Stufen des Mauſoleums und wie der Wind leiſe durch die Trauerweiden fuhr und ſie ſich flüſternd und ſeufzend bewegten, da ward es ihm unendlich wohl in überfließender Wehmuth, und er legte ſein Haupt auf die kalten ſteinernen Stufen und weinte laut, und dachte: ach könnte ich doch ſterben zu dieſer Stunde, aber ſterben an ihrem Herzen, in ihren Armen. Ach könnte ich doch ſterben; vielleicht daß ſie dann in meiner Todesſtunde um mich weinte, daß ſie ſich meines Kummers erbarmte; ach es müßte ſo ſchön ſein zu ſterben, ſanft bethaut von ihren Thränen, ſterben mit dem Bewußtſein, von ihr ge⸗ liebt zu werden, mindeſtens im Tode doch von ihr ge⸗ leebt zu werden!— Und wie die Bäume fort und fort rauſchten und flüſterten, war es ihm, als ſterbe er jetzt wirklich und aus den flüſternden Bäumen meinte er Eva's Stimme heraus zu hören, Eva's Stimme, die ihm den Abſchiedsgruß rief. Aus ſolchen Träumen und Phan⸗ taſieen weckten ihn lautes chter und nahende Men⸗ ſchenſtimmen; er richtete ſi eilig auf, und floh von dannen, und ſuchte wieder die tiefſten, einſamſten Gänge, und ſank endlich nieder auf die Bank neben dem klei⸗


