Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Entstehung
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Und konnteſt Du denn das gute Mädchen auch Nachts immer ſehen, fragte Ralph den Freund, der in ſeinem begeiſterten Lobe jetzt ſchwieg, und verloren in Er⸗ innerungen träumeriſch und ſinnend vor ſich hinblickte. Eva, die innig gerührt, ihm zugehört, war erſtaunt über die wunderbare Veränderung, die in Karls Zügen vorgegangen. Waren ihr dieſe vorher ſo rauh und hart erſchienen, ſo leuchteten ſie jetzt in milder Freude und erſchienen durchgeiſtigt von innerer Schönheit, die auch ſeine Züge ſchön machte und edel. Jetzt ſchien er Eva nicht mehr häßlich und abſtoßend, ſondern ſchön und freundlich und mit dem allen Weibern eignen Inſtinct wußte ſie, daß Karl nur ſo begeiſtert ſprechen könne von dem Madchen, das er liebe, und vies erhöhete na⸗ türlich noch ihr Intereſſe für ihn. 4

Ralph mußte ſeine Frage wiederholen: konnteſt Du denn das Mädchen auch Nachts ſehen, und wiſſen, was ſie that? Dann erſt ſchien Karl ihn zu hören, und

aus ſeinen Träumen aufſchreckend, ſagte er: ich wohnte ihr gegenüber und konnte von meinem Fenſter aus ihre ganze kleine Kammer überſehen, beſonders Nachts, wenn Alles ſonſt finſter war und nur da drüben ihre Lampe brannte. 4

Und Du zogſt ihren Anblick dem Schlafe vor? fragte Ralph mit gutmüthiger Neckerei.

Ich konnte ſie Tags ſo wenig ſehen, ſagte Karl

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