Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Entstehung
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.53.

freundlich und ehrfurchtsvoll gegen ihre Mutter, ſchwieg ſtill zu ihren ungerechten Vorwürfen und arbeitete un⸗ verdroſſen und freudig einen Tag, wie alle Tage, ſich ſelbſt niemals eine Freude, eine Erholung gönnend. Da⸗ für ward ſie aber auch von der ganzen Nachbarſchaft ge⸗ liebt, und wir nannten ſie Alle den guten Engel, und immer war's, wenn ſie Einem des Morgens früh begeg⸗ nete, und Einen anſchaute, und mit ihrem freundlichen herzigen Lächeln den Morgengruß erwiderte, als ſcheine die Sonne noch einmal ſo hell, und ich wußte immer, daß ich den Tag Glück haben und viel Arbeit finden würde. O, und Ihr hättet den guten Engel ſehen pol⸗ len, als ihre Mutter immer kränker, und dabei immer heftiger und böſer ward in ihren Schmerzen. Wie ſie da Nacht und Tag ſie gepflegt und gewartet hat mit unverdroſſener Liebe, wie ſie, ſich ſelbſt gar keine Ruhe gön⸗ nend, an dem Bette ihrer Mutter gewacht hat. Oft wenn dieſe gar zu viel Schmerzen hatte, und immer lauter ſchrie und fluchte, dann knieete Sophie an dem Bette nieder und betete, und ſie war ſchön anzuſehen, wie ein wirklicher Engel, wenn ſie ſo, von der Lampe beleuchtet, neben dem Bette knieete, die Hände gefaltet, die großen ſchwarzen Augen gen Himmel gerichtet und die rothen Lippen leiſe bewegend im Gebet, dazu laͤchelnd ſo ſelig und mild, wie nur die Engel im Himmel lächeln kön⸗

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