Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Entstehung
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Was er angefangen hat? fragte Mutter Anna ſtolz und freudig, was wir ehrlichen Leute anfangen, wenn wir arm ſind, er hat gearbeitet. Sieh' ſeine Hände an, Ralph, fuhr ſie fort, eine von Karls Händen neh⸗ mend, und mit ihren Fingern über die innere Fläche derſelben hinſtreichend, fühle dieſe Hand, ſie iſt ganz hart und voller Schwielen; ſolche Schwielen ſind die ſchönſten Narben und kleiden eben ſo gut wie den Sol⸗ daten, der für's Vaterland gefochten hat, ſeine Narben kleiden. Er hat auch gefochten, Dein Freund, er hat um's Leben und um's Brod gekämpft, und an dieſen rauhen Händen kannſt Du ſehen, daß er Sieger geblie⸗ ben iſt; das ſind lauter Ehrenmale der Arbeit!

Ralph ſah die alte Frau mit zärtlicher, ehrfurchts⸗ voller Liebe an. Sie war wirklich ſchön in dieſer in⸗ nern jugendlichen Gluth und ihre Augen leuchteten in freudigem Glanz; ſie wußte es gar nicht, daß ſie ſo be⸗ geiſtert geſprochen, es war ihr nur ſo der natürliche Aus⸗ druck ihres Gefühls geweſen.

Ja, freilich habe ich gearbeitet, ſagte Karl, und der Gedanke, daß ich für meine liebe alte Mutter arbeitete, gab mir Muth und Kräfte. Wenn Jemand wirklich ar⸗ beiten will, da giebts immer zu thun, und ich bin oft, fuhr er lachend fort, an einem und demſelben Tage Laſt⸗ träger, Handlanger bei den Maurern und Fremdenfüh⸗

rer durch die Schlöſſer von Potsdam geweſen. 4*