Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Entstehung
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große Kummer, der mit dazu beigetragen, ſeinem Ge⸗ müth jene Weiche und Innigkeit zu verleiben, die ihm eigenthümlich war, jene tiefe und um jeden Preis zur Hülfe bereite Menſchenliebe, die durch die Erinnerung an den eignen großen Schmerz immer neu genährt ward. Ralph konnte keine Thränen ſehen, ohne ſofort das tiefſte Beſtreben zu fühlen, ſolche zu trocknen, ſei es auch auf Koſten ſeiner ſelbſt. Und bei dieſer Weichheit ſeines Gemüthes hatte die jahrelange Einſamkeit, das gänzliche Alleinſtehen im Leben ſeinem Weſen eine wehmüthige Reſignation, eine ſchmerzliche Milde gegeben. Er ſehnte ſich, geliebt zu werden, ein Weſen neben ſich zu haben, das ſein, ſein alleiniges Herzenseigenthum, dem er alle dieſe tiefe Liebesfähigkeit ſeines Herzens weihen, alle die verborgenen Quellen ſeiner Seele enthüllen und zeigen durfte, er ſeufzte nach dieſem Weſen, wie wir in langer, ruheloſer, ſchn eigender Nacht nach dem Morgen ſeufzen, der Bewegung und Leben, der die Sonne bringt. Jah⸗ relange Einſamkeit iſt der Art, daß ſie entweder das Ge⸗ müth verhärtet und die Wärme deſſelben erſtarren macht in egoiſtiſcher Kälte, oder daß ſie dem Gemüth eine ſchwärmeriſche Weichheit, eine durch jeden neuen einſa⸗ men Tag neu angefachte Gluth verleiht. Auf Ralph hatte die Einſamkeit den letztern Einfluß gehabt und in dem Bedürfniß zu lieben, ſeine Seele, ſein Herz hinzu⸗ 4 geben an ein fremdes Sein hatte er, was ihm verſagt wor⸗