Teil eines Werkes 
16. Theil (1861) Mademoiselle Clairon : oder Vier Tage aus dem Leben einer Schauspielerin / von L. Mühlbach
Entstehung
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Mademoiſelle ſich freuen, Sie zu ſehen, mein Herr! Es war aber auch die höchſte Zeit, daß wir Hülfe erhielten. Die allerhöchſte Zeit! Wir litten Mangel an Allem, und doch wäre Made⸗ moiſelle lieber geſtorben, als daß ſie Hülfe von Fremden beanſprucht hätte. Aber Frankreich, das iſt etwas Anderes, von Frankreich durfte ſie wohl Hülfe beanſpruchen, denn Frankreich iſt ihr Dank ſchuldig und hat ihn noch nicht an Mademoiſelle abgetragen. Nun hier ſind wir im Vorzimmer von Mademoiſelle, fuhr ſie fort, indem ſie jetzt in ein vollkommen leeres Zimmer eintraten,war⸗ ten Sie gefälligſt nur einen Moment, bis ich Sie gemeldet habe!

Sie trippelte raſch durch das Zimmer der ge⸗ genüberliegenden Thür zu und im Begriff dieſelbe zu öffnen, wandte ſie ſich noch einmal nach dem Fremden um.Ihr Name, mein Herr?

Menneval! 5

Herr v. Menneval, rief die alte Soubrette, indem ſie die Thür weit öffnete,Herr v. Men⸗ neval, Secretär Sr. Excellenz des Herrn Mini⸗ ſters von Chaptal.

Eintreten, rief eine gebieteriſche Stimme aus dem Innern des Zimmers, und Herr Menneval ſchritt lächelnd vorwärts nach der offenen Thür, neben welcher die alte Soubrette als wunderlicher Huiſſier ſich aufgeſtellt hatte.

Meine Liebe, ſagte er im Vorbeigehen,Sie