Teil eines Werkes 
16. Theil (1861) Mademoiselle Clairon : oder Vier Tage aus dem Leben einer Schauspielerin / von L. Mühlbach
Entstehung
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gen gegeben. Tragen Sie dieſelben zu meinem Andenken. Empfangen Sie auch die fünfzigtauſend Franes, welche Sie mir vor zehn Jahren gelie⸗ hen, mit Dank zurück, und verzeihen Sie es mir, wenn ich die Summe verdoppelt habe, denn ich weiß, Clairon hat eine großmüthige Hand und ſie iſt wohlthätig. Erlauben Sie mir alſo Ihnen für Ihre Armen ſtatt der zweitauſendfünfhundert Louisd'ors deren fünftauſend zu ſenden. Und jetzt, meine Freundin, leben Sie wohl! Kehren Sie nach Paris zurück und gedenken Sie mein. Ich gehe nach Italien. Lady Craven begleitet mich, und ſie hat eingewilligt, meine Gemahlin zu wer⸗ den. Wir werden uns am Ziele unſerer Reiſe in England niederlaſſen, und ich werde niemals⸗ wieder zurückkehren nach Anspach, wo ich an der Seite meiner Freundin Clairon ſiebzehn ſo ſchöne und glückliche Jahre verlebt habe. Ich bin es müde ein Regent zu ſein und werde mich begnü⸗ gen, fortan ein freier Mann zu ſein. Ich habe mein Land an den König von Preußen verkauft, und Lady Craven, meine zukünftige Gemahlin, iſt nicht ehrgeizig genug, um mir deßhalb zu zürnen. Sie verlangt nicht zu herrſchen, ſondern nur zu lieben und geliebt zu werden. Und nun noch ein⸗ mal leben Sie wohl! Wenn Sie dies leſen, bin ich ſchon fern von Ihnen und wir werden uns ohne Zweifel niemals wiederſehen. Immer aber verbleibe ich Ihr Freund Alexander!