Teil eines Werkes 
16. Theil (1861) Mademoiselle Clairon : oder Vier Tage aus dem Leben einer Schauspielerin / von L. Mühlbach
Entstehung
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ſteuern könnte, geben Sie einer leichtſinnigen Tän⸗ zerin, deren ganze Kunſt darin beſteht, mit den Füßen zu zappeln, und Minauderien zu machen!

Sie finden dieſe Summe bedeutend? fragte der Prinz.Urtheilen Sie alſo, was ich für die Göttin thun würde, die ich liebe, die ich anbete, der jeder Athemzug meines Lebens, jeder Seufzer meiner Bruſt gehören würde, urtheilen Sie, was ich für Sie thun würde, wenn Sie endlich einwilligten einen Blick der Gnade auf mich zu werfen, auf mich, der als demüthiger Sklave zu Ihren Füßen ſchmachtet, dem Sie die Sonne, das Glück und das Leben ſind!

Und was würden Sie für mich thun, Prinz?

fragte Clairon, indem ſie nachläſſig ihren Fuß ein

wenig emporhob, und den IJuwelen funkelnden Pantoffel auf der Spitze ihrer Zehen tänzeln ließ. Laſſen Sie einmal hören, Prinz, was würden Sie für mich thun?

Was ich für Sie thun würde? rief Prinz Soubiſe lebhaft.Ich würde Ihnen nicht hundert⸗

tauſend Francs, ſondern eine halbe Million Tafel⸗

gelder anbieten, ich würde für Ihre menus plaisirs Ihnen monatlich zwanzigtauſend Francs bereit

halten, ich würde trachten, daß Niemand, ſelbſt

nicht die Königin, ſo ſchöne Brillanten, ſo herrliche Spitzen, ſo auserleſene engliſche Pferde, ſo koſt⸗ bare Livréen, ſo bewunderungswürdige Equipagen, ein ſo prachtvoll eingerichtetes Palais beſäße, wie Hippolyte Clairon, die Geliebte, die Angebetete, die