Teil eines Werkes 
16. Theil (1861) Mademoiselle Clairon : oder Vier Tage aus dem Leben einer Schauspielerin / von L. Mühlbach
Entstehung
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Göttin des Prinzen Soubiſe! Ja, glauben Sie es mir, Clairon, Sie ſind meine Göttin, die ich an⸗ bete. Man ſpricht von meinen ungeheuern Reich⸗ thümern, von den tauſend Millionen, die ich von meinen Vorfahren, den tapfern Rohans ererbt habe. Nun ja, ich bin reich, geben Sie mir die Erlaub⸗ niß, es für Sie zu ſein, und ich werde ganz Paris in Erſtaunen ſetzen, durch die Wunder der Pracht, mit denen meine Liebe Sie umgeben ſoll. Alle Märchen des Morgenlandes will ich für Sie zur Wahrheit machen, und was Abdallah von den Zau⸗ bergärten der Semiramis träumte, das ſoll bei meiner Semiramis Clairon Wirklichkeit ſein. Sie haben mich heute ſchon unendlich begnadigt, 8 Sie haben das Negligé, das ich Ihnen heute Morgen geſandt, der Ehre werth gehalten es an⸗ zulegen, und

Wie, Prinz, untebrag ihn Clairon mit dem Ausdruck des Entſetzens,Sie ſind die unbekannte Dame, welche, wie mir mein Kammerdiener ſagte, dieſes Negligé für mich hergeſandt hat?

Reizend geſpielt, meine Himmliſche, ſagte Prinz Soubiſe, ihr lächelnd zunickend.Sie wuß⸗ ten es wohl, und weil Sie es wußten, hatten Sie die Gnade, dies kleine Geſchenk anzunehmen. Sch hörte die Cavaliere da vunnen in Ihrem Salon, als Sie vorhin eintraten, ſagen, daß dies die wahr⸗ haft prachtvolle Morgentoilette einer Königin von

Saba ſei. Nun wohl, erhören Sie meine Liebe

Mademoiſelle Clairon. 2