zog,“ ſagte Clairon nachläſſig.„Sie werden heute
„Ich brenne vor Verlangen, Sie in dieſer neuen Rolle zu ſehen,“ rief der Herzog von Guines, ſeine eigenen Fingerſpitzen küſſend und dann nach Clairon hinwerfend.
„Und Sie thun wohl daran, mein lieber Her⸗
Abend einen großen Genuß haben, denn das neue Werk Voltaire's iſt von erhabener Schönheit, von hinreißender Wirkung.“
„Ach ich ſpreche nicht von Voltaire, dem bos⸗ haften Menſchen, der Gott und die ganze Welt verſpottet,“ rief der Herzog ärgerlich,„ich ſpreche von Ihnen, von der edlen Muſe, welche alle Welt begeiſtert, und welcher Herr Voltaire es heute wiederum verdanken wird, wenn man ein Drama von ihm bis in die Wolken erhebt.“
„Wiſſen Sie, Schönſte der Schönen, daß man geſtern Vormittag in den Couloirs des Theaters wahrhaft mörderiſche Schlachten geliefert hat, um ein Billet zur heutigen Vorſtellung zu erlangen,“ ſagte ein junger Herr, ſich der Künſtlerin nähernd, und ſie mit einem leichten, ziemlich vertraulichen Kopfnicken begrüßend.
„Ich weiß es, mein Herr Prinz von Soubiſe,“ erwiderte Clairon, leicht die Stirn runzelnd, als habe dieſe vertrauliche Annäherung eines Prinzen von königlichem Geblüt ſie tief verletzt.„Ich weiß es, und ich wundere mich gar nicht darüber. Das Publikum wird heute belohnt werden.


