ten Blicken ihrer Bewunderer erſchien, und mit einem huldvollen Lächeln wie mit einem Sonnenſtrahl den ganzen glänzenden Kreis ihrer Verehrer überſtrahlte.
Und alle dieſe Herzoge und Prinzen, dieſe Marquis und Vicomtes, dieſe Grafen und Barone, alle dieſe Herren von dem höchſten alten Adel Frankreichs beeilten ſich jetzt zu der Schauſpielerin Clairon hinzuſtürzen, um von ihr einen Blick, ein Wort zu erhaſchen, um von ihr bemerkt und aus⸗ gezeichnet zu werden.
Aber Clairon ſchien heute Niemand zu bemer⸗ ken, auf Niemand zu achten. Mit ſtolz gehobenem Haupte ſchritt ſie vorwärts, bis in die Mitte des Salons. Nun erſt neigte ſie ſich langſam und würdevoll nach allen Seiten hin, und begnadigte hier und dort einen Herzog, einen Marquis mit einem beſondern Kopfnicken, einem leichten Druck ihrer Hand.
Ihre Verehrer kannten dieſe Art der Begrüßung,
ſie hatten ſich ſchon daran gewöhnt, daß Hippo⸗
lyte Clairon auch außer der Bühne die Königinnen und Heldinnen weiter ſpielte, die ſie jeden Abend mit ſo viel Würde und Hoheit zur Anſchauung brachte, daß ſie, wie Clairon ſelber ſagte,„immer Königin blieb, um niemals aus der Rolle zu fallen.“ „Man ſchmeichelte ihr daher damit, daß man ihr geſtattete, dieſe Königinnen⸗Rollen der Bühne auch in ihrem Salon weiter zu ſpielen, daß man ihr huldigte, als wäre ſie wirklich eine gebietend


