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zu geben vermochte. Aber ſie regte ſich auch nicht.— Allmächtiger Gott! ſollte die Kugel ſie getödtet haben?
Dieſer Gedanke erfüllte ihn mit wahnſinniger Verzweiflung, machte ihn raſend! Er wollte auf⸗ ſtehen mit ihr, die er in ſeinen Armen hielt; er vermochte es nicht. Ein furchtbarer Schmerz im Fuße ließ ihn wieder zuſammenſinken— der Fuß war gebrochen. Außer ſich, in wildeſter Wuth, ſeiner Sinne nicht mehr mächtig, ſchrie er laut auf und rief dann wieder Lilly mit angſtoollen Tönen.
Indeſſen hatten die Leute aus der Fabrik die Villa erreicht. Als ſie den Schuß vernahmen, ſchrien ſie laut auf vor Luſt; es war ihnen ein Zeichen, nach welcher Seite ſie ſich zu wenden hatten. Die Fackelträger ſtürzten voran nach jener Seite des Hauſes zu, und um die Ecke biegend, beleuchtete das helle Fackellicht Bonners Geſtalt.
„Wer es wagt, mir zu nahen, der iſt des Todes!“ ſchrie Bonners mit einer Stimme, die das Echo des Waldes erweckte, und die zweite Piſtole aus ſeiner Bruſttaſche ziehend, ſtreckte er ſie ſeinen Verfolgern entgegen.
Sie wagten es nicht, näher zu treten. 4
„Bleibt dort!“ herrſchte Bonners,„aber hal⸗ tet Eure Fackeln ſo, daß ich ſehen kann.“ F
Gewohnt, ſeiner gebieteriſchen Stimme zu fol⸗ gen, gehorchten ſie mechaniſch.


