Teil eines Werkes 
7. Theil, Bonners oder Geschichte eines Millionärs : 3. Band (1860)
Entstehung
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Welch ein Anblick bot ſich nun den entſetzten Blicken Bonners dar, ein Anblick, vor dem das Haar ſeines Hauptes ſich ſträubte, und die hef⸗ tigſte Raſerei ſeine Vernunft bewältigte.

Bewegungslos und ſtarr hing die Geſtalt des Weſens, das er allein auf Erden geliebt, in ſei⸗ nen Armen, bewegungslos und ſtarr, das holde, engelhafte Antlitz unkenntlich, das Haupt zerſtört von dem tödtlichen Schuſſe, das aufgelöſte, herabhängende Haar ſtarrend von Blut, keine Spur mehr des lieblichen Angeſichtes.

Ein einziger, gellender, grauenhafter Schrei drang von Bonners Lippen, und wie die Fackeln ſein erdfahles Angeſicht beleuchteten, die weit auf⸗ geriſſenen, aus ihren Höhlen herausgetretenen, ſtieren Augen, die in einem wahnſinnigen Feuer funkelten, die geſchwollenen Nüſtern, die blauen, zurückgezogenen Lippen, zwiſchen denen die im Krampfe der Qual aufeinander gepreßten Zähne ſichtbar waren, wie dies Bild der höchſten, wahn⸗ ſinnigen Verzweiflung ſeinen Verfolgern ſichtbar ward, da ſtanden ſie, von Grauen gepackt, ſchau⸗ dernd ſtill, und ſtarrten mit ſcheuen Blicken auf dies furchtbare Bild.

Alles Entſetzen, alle Qual der Hölle war für Bonners zuſammengedrängt in dieſem einzigen Moment, in ihm lag die Strafe aller Sünden und Vergehen. 88

Ich habe ſie gemordet, meine Geliebte ge⸗