Teil eines Werkes 
7. Theil, Bonners oder Geschichte eines Millionärs : 3. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1738

hat mich einer ſchweren Schuld angeklagt, ich muß dies Land, muß ſofort Europa auf immer verlaſſen! In die tiefſte Einſamkeit muß ich mich vergraben, muß den Anblick der Menſchen fliehen und ihre Gemeinſchaft meiden! Gefahr wird mich umringen, Noth und Elend vielleicht mich betreffen, und wer mit mir geht, muß dies Alles zu ertragen bereit ſein, muß bereit ſein, aller Freude, allem Be⸗ hagen, allen Genüſſen vielleicht zu entſagen und eine gefahrvolle, dornige Bahn zu betreten. Lilly, willſt Du mich begleiten? Nein, antworte noch nicht! Bedenke, was Du zurückläßt: ein fried⸗ liches, genußvolles Daſein, Tage, die von keiner Sorge getrübt werden, Ruhe und Friede, kurz Alles.

Sie drückte ihre Hand auf ſeinen Mund und ſah ihn an mit Blicken, aus denen ein edler Zorn ſprühte, bis dieſer unterging in dem Ausdrucke der Liebe und Zärtlichkeit. Nun bewegte ſie in ihrer wunderbaren Sprache ihre Finger.

Bonners ſchaute mit athemloſen Aufmerken ihr zu.

Du willſt mit mir gehen in die Einöde und Wüſte, in den Tod ſelbſt? Du ſagſt, daß Du nur glücklich biſt, wenn ich an Deiner Seite?

Sie nickte zuſtimmend mit einem glückſeligen Lächeln.

O Lilly, meine Lilly! ich habe mich nicht in Dir getäuſcht! Ich wußte, daß Lilly mich nicht verläßt!