Teil eines Werkes 
7. Theil, Bonners oder Geschichte eines Millionärs : 3. Band (1860)
Entstehung
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Was ich ihr gelobt zu thun, will ich halten! ſagte er zu ſich ſelber. Der höheren Pflicht ſollen meine eigennützigen Wünſche weichen, und nicht ſollen ihre ſchönen Augen Thränen vergießen, ſo lange ich es hindern kann!

Und jeſes edelmüthigen Entſchluſſes eilte er ſofort in Bonners Wohnung.

Er fand ihn neben Lenoren am Frühſtücktiſche.

Sie erröthete, als ſie Santoͤme jetzt zum erſten Male wieder ſah nach jenem, von der Gewalt des Moments ihr abgedrungenen Geſtändniſſe, und ſcheu ſenkte ſich ihr Blick zu Boden.

Nun, ſagte Bonners lachend und mit ver⸗ haltenem Ingrimme,was verſchafft uns heute die Ehre Ihres Beſuches? Haben Sie vielleicht Ih⸗ rem Mährchen nachgeſonnen und deſſen Unhaltbar⸗ keit erkannt?

Es iſt nicht Zeit, jetzt Ihre Fragen gebüh⸗ render Weiſe zu erwidern! ſagte Santoͤme ernſt. Der Zweck meines Beſuches aber hängt freilich genau mit dem zuſammen, was Sie belieben ein Mährchen zu nennen! Ich will Ihnen ein zwei⸗

tes Mährchen erzählen! Zuvor aber muß ich

Ihnen bemerken, daß nur die unbegrenzte Hoch⸗ achtung für Ihre Gemahlin, der Wunſch, ſoviel in meinen Kräften ſteht, ſie vor Unheil zu bewah⸗ ren, mich beſtimmen konnte, Ihnen das mitzuthei⸗ len, was Sie von mir erfahren werden. Sehr verbunden für Ihre gütevolle Geſin⸗