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nuſcript, deſſen Verlag er früher abgelehnt, ihm jetzt zum Druck überlaſſen zu wollen.
„Sie vergeſſen, mein Herr!“ ſagte Edmund ruhig,„daß die Gründe, welche Sie mir früher für Ihre Weigerung anführten, nicht verſchwun⸗ den ſind. Ich ſei, ſagten Sie damals, durch meinen Vater mit Schande befleckt worden, und Sie könnten kein Buch eines ſolchen geſchmäheten Autors verlegen.“
„Dieſe Gründe aber ſind ja jetzt alle ver⸗ ſchwunden!“ ſagte der Buchhändler.„Jedermann bedauert und bemitleidet Sie, Jedermann weiß, wie unſchuldig Sie an dem Haß Ihres Vaters. Alle Journale erzählen von Ihrem traurigen Schickſale, von Ihrer unermeßlichen Erbſchaft. Sie ſind der Mann des Tages geworden; und ich bin überzeugt, laß ich in dieſem günſtigen Zeitpunkt Ihr Werk drucken, ſo wird in acht Tagen eine neue Auflage nöthig werden. Im Vertrauen, daß Sie meine Bitte erfüllen werden, habe ich geſtern ſchon in eines unſerer geleſenſten Journale eine Notiz über das baldige Erſcheinen Ihrer ſchriftſtelleriſchen Werke gegeben und—“
„Da haben Sie ſehr unrecht gethan, mein Herr,“ unterbrach ihn Edmund;„denn dies wird niemals geſchehen! Nein, niemals wird die Welt, die ich aus Grund meines Herzeus ver⸗ achte, auch nur eine Zeile leſen, die meine Hand geſchrieben!“


