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Jetzt war auch dieſe Beſchäftigung des Kum⸗ mers von ihm gewichen; in thatenloſem Grame trauerte er nur für ſich.
Nirgends mehr begegnete er ihren Augen voll Schmerz und Liebe; ihre Seufzer, ihre leiſen Klagen, die ſonſt oft ſein Herz zerfleiſcht und mit endloſem Jammer erfüllt hatten,— ach! jetzt ſehnte er ſich mindeſtens dieſe zu hören! Dies ſpurloſe, äußere Verſchwinden, dies Verſchwinden war ihm grauenerregend.
Alles in ihm hatte ſich geändert und gewan⸗ delt, und doch war äußerlich Alles daſſelbe ge⸗ blieben; das Leben ging ſeinen Gang fort, ob auch ſein ſchönſter Stern erloſchen war; eine Perle war hinabgeſunken in das Meer, ohne eine Spur zurückzulaſſen, und die Wogen ſchlugen über ihr zuſammen, weiter rollend in ihrem Laufe.
Die Sonne ſchien nicht minder hell, der Him⸗ mel war blau und klar, die Menſchen gingen, ſprachen, arbeiteten, wie ſonſt. Alles war wie zuvor, als wäre Camilla noch da, noch unter den Lebenden; Alles war unverändert und doch Alles
gewandelt,— Camilla lebte nicht mehr!
Ein Wagen hielt vor dem Hauſe, und der alte Patrick meldete den Buchhändler H.... Geſchmeidig und voll unterthäniger Höflichkeit, wie er ſie niemals ſonſt gegen den armen Abſchreiber gezeigt, kam er, um Edmund zu bitten, jenes Ma⸗


