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gegangen in der Weltluſt, und nur nach dieſer trachtete er noch. Vergnügen und Zerſtreuung: dies war das Ziel aller ſeiner Beſtrebungen, und ein kalter, herzloſer Egoiſt, wie alle diejenigen, welche in der großen Welt glänzen, dünkte ihn kein Mittel, es zu erlangen, unerlaubt. Aber eine Stelle gab es in ſeinem Herzen, wohin we⸗ der die ſpöttelnde Jronie, noch die Verachtung der Menſchen zu dringen vermochte,— hier wohnte Lillys Bild.
Sie war erhaben über alle Laſter, über alle Sünde; ſie war rein und fleckenlos, und je mehr die Weiber in ſeiner Achtung ſanken, deſto mehr erhob ſich Lilly zu dem Ideale der Unſchuld und Liebe, der reinen Weiblichkeit und erhabenen Tu⸗ gend. Wie ſehr er die Welt, wie ſehr er ſich ver⸗ achtete: Lilly lebte in ſeinen Träumen einem wun⸗ derbaren Engel gleich.
Er fühlte, daß er ſie nimmer beſitzen könne: ſie, die Tochter deſſen, den er gemordet, ſie, die Fleckenloſe, Reine, konnte nicht das Weib ſein eines Mörders und Betrügers;— aber er konnte ſie lieben, er konnte ſie beſchützen vor den Anfech⸗ tungen der Welt, vor der Berührung der Sünde, und dies zu thun, gelobte er ſich ſelbſt.
Zwei Jahre nach dem Tode Harrichs, nach⸗ dem er ſich in Paris niedergelaſſen, eilte Edgin nach Calais, um dort ſeine Lilly zu empfangen, die er nun für immer aus dem Inſtitute entfernen


