und alle die Laſter, die das Eigenthum der haute volée ſind, wurden die ſeinigen, und inmitten ſei⸗ nes wüſten und nutzloſen Lebens ſah ſich Edgin in der großen Welt geachtet und gefeiert, ſah ſich umlagert von Schmeichlern und Freunden, die der Glanz ſeines Geldes herbeigelockt.
Die große Welt ſtumpfte die letzten Regungen des Guten und Beſſeren in der Seele Edgins ab, der mit ſeinem von eigener Schuld und Sünde geſchärften Blicke die Welt durchſchaute und die Motive ihrer Handlungen erkannte.
Je mehr er ſie kennen lernte, deſto mehr ver⸗ achtete er die Menſchen, und ſie alle zu täuſchen, ſie alle zu beherrſchen und zu ſeinen Füßen zu ſehen, dies dünkte ihn nun die höchſte Luſt und Wonne; und er wußte, daß es dazu nur des Geldes bedürfe, er wußte, daß weder Edelmuth noch Hochherzigkeit der Geſinnung, weder Kennt⸗ niſſe noch Talente zu dieſer Herrſchaft führen könn⸗ ten, ſondern nur das Geld. Sein Gemüth ver⸗ härtete ſich mehr und mehr, und ein vollendeter Weltmann, wie er ward, glaubte er an nichts mehr, nichts dünkte ihn ſo heilig, um es nicht mit Gold erkaufen zu können.
Er ſah die Treue, die Liebe, die Freundſchaft, ſah alle Tugenden täglich verkaufen,— wie ſollte er noch Ehrfurcht haben vor ſo käuflichen Dingen? Das ganze Leben erfüllte ihn mit einer kalten, bittern Ironie; die beſſern Regungen waren unter⸗


