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„Lebe wohl, lebe wohl, Edgin Blackwell!“ ſagte Blackwell, als er nach einigen Stunden, im Begriff abzureiſen, noch einmal neben dem Grab⸗ hügel ſtand.„Lebe wohl! Nimmer wird dieſer Name wieder erklingen! Edgin Blackwell iſt ge⸗ ſtorben, und ein Namenloſer ſteht an ſeinem Grabe, belaſtet mit dem Fluche deſſen, den er gemordet! Lebe wohl!“
Er wandte ſich ab, beſtieg Harricks Pferd, und jagte von dannen.
Einige Wochen ſpäter verkündigten alle Blätter den Tod des verunglückten Edgin Blackwell, deſſen, der den Sir John Carlis um zehntauſend Pfund und um ſeine Tochter betrogen.
Ein ſolches Blatt ward Jſabellen von unbe⸗ kannter Hand überſandt: ſie erfuhr dadurch den vermeintlichen Diebſtahl ihres Gatten zugleich mit ſeinem Tode, und die Verachtung ſtillte nun ihre Thränen ſchneller, als dies ſonſt wohl hätte der Fall ſein mögen.
In die Einſamkeit und Stille der Wälder flüchtete der Namenloſe; in dem ſtillen Thale, wohin ſelten der Fuß eines Menſchen ſich verirrte, wo nur das Rauſchen der Bäume und der Geſang der Vögel das tiefe Schweigen unterbrach; dort wollte er ſich eine Hütte erbauen, dort wollte er ſich an den Brüſten der Natur Lethe trinken für ſeine Qual, die Ruhe für ſeine Seele.
Aber ach! aus dem Geräuſche der Welt konnte
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