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er ſich zurückziehen, doch nicht vermochte er den Erinnerungen zu entfliehen, die mit dämoniſcher Gewalt ſich an ſeinen Fuß hefteten, und an denen er ſchleppte gleich dem Galeerenſklaven an der Kette, die ſeinen Fuß hemmt.
Er war ein Sklav geworden ſeiner eigenen Thaten, verurtheilt von ſeinem Gewiſſen, das ihm nimmer die Freiheit wiedergab. Und wie hätte er Ruhe finden mögen, während fort und fort vor ſeinen Ohren der grimme Fluch eines Ster⸗ benden ertönte, während mit jedem Tage dieſe in⸗ neren Qualen ſich mehrten!
Wenn er in die düſterſte Einſamkeit flüchtete, ſo hörte er dicht neben ſich eine furchtbare Stimme, hörte den Fluch, der ſein Haupt traf, in dem Brauſen des Windes, in dem Murmeln des Quells, in dem Rauſchen der Bäume: überall erklang für ihn nur dieſer eine, dieſer vernich⸗ tende Laut.
Und wenn er ſeine irren, Troſt ſuchenden Blicke umherſch hweifen ließ, ſo ſah er doch überall nur jene läßten, grauſen Blicke voll Hohn und Wuth, mit dem der Sterbende ihn angeſchaut. Von je⸗ dem Blatte, aus dem Kelche jeder Blume ſtarrten dieſe Augen ihn an; die glitzernden Schatten, welche die Sonne an die Wand ſeiner Kammer zeichnete die bleichen Lichter, mit denen der Mond ſein einſames dghr übergoß: Alles, Alles zeich⸗ nete ihm die Züge und die Geſtalt deſſen den er


