Teil eines Werkes 
7. Theil, Bonners oder Geschichte eines Millionärs : 3. Band (1860)
Entstehung
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Aber in dieſem Augenblicke dachte er Lillys! Es war ihm, als ſähe er ihre Blicke flehend auf ſich gerichtet, und eine unendliche Sehnſucht nach dieſem lieblichen Kinde erfaßte ſein Herz.

Ich will leben, für ſie, mit ihr leben! dachte er; aber wie kann ich das? Ich darf mich nicht unter meinem Namen nach England wagen, wo ich zu einem Diebe gebrandmarkt bin; nicht unter meinem Namen! 3

Wie ein Blitz durchfuhr ihn ein Gedanke: Wie, wenn ich dieſem Todten meinen Namen gäbe, und das Gerücht verbreitete, der Verfolgte und Angeſchuldigte ſei todt? Lange überlegte er dieſen Plan, und mehr und mehr ſchien ihm dies das Richtigſte. Aber ſo mit Plänen für das Leben beſchäftigt, ward ihm der Aufenthalt neben dem Todten entſetzlich; er verließ das Zimmer und begab ſich in ein anderes für ihn bereitetes Gemach.

Am nächſten Tage ward die Leiche begraben und ein einfaches hölzernes Kreuz auf den Hügel geſetzt.

Soll kein Name darauf kommen? fragte der Wirth.

Der Name des Todten, natürlich! erwiederte Blackwell ruhig. Er hieß Edgin Blackwell, gebürtig aus London. Setzt auch die Art ſeines Todes als Grabſchrift darauf. 3

Und alſo geſchah es.