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pfing die erſte Lehre von der Welt, die kennen zu lernen er ſo großes Verlangen gehegt,— er war ſeiner einzigen Habe beraubt worden. Aber we⸗
nig beunruhigte dies den heitern, ſorgloſen Kna⸗ ben, und verſcheuchte nicht das Wonnegefühl und
Glück, das ihn durchdrang im Bewußtſein ſeiner Freiheit.
Erſt der Hunger trieb ihn zum Nachdenken über ſeine Lage, und gab ihm das Bewußtſein ſeiner Hülfloſigkeit.
Aber noch vertraute er den Menſchen und der Welt, weil er Beide nicht kannte.
Er trat in den nächſten Bäckerladen, bat um etwas Brod, weil ihn hungere, und erzählte, daß er in der Nacht um ſeine ganze Habe betro⸗ gen ſei.
Man lachte ihn aus mit dieſer Erzählung, die man für ein erlogenes Mährchen erklärte, und trieb den Hungernden mit rohem Scheltworte hinaus. Charles vergaß ſeinen Hunger aus Zorn über die erlittene Beſchimpfung.
Man hatte ihn einen Lügner genannt, ihn,
der nimmer in ſeinem Leben eine Unwahrheit ge⸗ ſagt, ſelbſt wenn ſie ihn vor einer Züchtigung ſei⸗
nes Vaters hätte retten können!
Er fühlte ſeine Liebe zu den Menſchen erkalten und ging finſter grollend weiter. Sein zweckloſer Weg führte ihn zum Hafen. Die ſchönen Schiffe mit ihren Segeln und Maſten, mit ihren im Winde
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