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erinnerung an jene Angſt auf ihre Stirn ge⸗ trieben.
„Weiter! weiter!“ ſagte Charles ungeduldig.
„Meine Geſchichte iſt nun faſt zu Ende. Als ich erwachte, war es heller Tag; ich faßte an meine Thür, ſie war noch verſchloſſen. Durch mein klei⸗ nes Fenſter rief ich auf die Straße um Hülfe. Die Nachbarn kamen herbei und erlöſeten mich
aus meiner Haft.
Ich lief in Jſabellens Kammer, ſie war leer; ich ſuchte ſie überall im Hauſe, nirgends eine
Spur von ihr.
Ich lief in das Zimmer des Herrn. Er ſchlief
nooch, was mich ſehr verwunderte, denn er pflegte
ſonſt vom leiſeſten Geräuſche zu erwachen. Ich rief ihn und ſchüttelte ihn ſo lange, bis er er⸗ wachte, und dann erzählte ich ihm die traurige Geſchichte. Glaubt Ihr, Sir Charles, daß er ſich ärgerte? Nicht im mindeſten! Er ſagte, es ſei ihm recht lieb, daß er ſeine Tochter ſo ganz ohne Mitgift los geworden, und es würde ihm gar nicht einfallen, Nachforſchungen machen zu laſſen, oder
ſich an die Polizei zu wenden. Nach einigen
Stunden aber hörte ich aus ſeinem Zimmer e furchtbaren Schrei. Ich lief eilends hin, und da lag der alte Herr wie todt an der Erde!
Als er wieder zu ſich kam, weinte und klagte er, verwünſchte ſich ſelber und das ganze Leben, und dann fluchte er ſeiner Tochter und ihrem Ver⸗


