14—
und ſah unendlich blaß aus. Sie umarmte mich und weinte land an meinem Halſe. Dann bat ſie mich, ſie ſtets lieb zu behalten und auch Ge⸗ duld zu haben mit ihrem armen, alten Vater; denn, wenn er auch hart gegen ſie wäre, ſo ſei er doch immer ihr Vater, ſie liebe ihn dennoch und könne nicht ruhig ſein, wenn ich ihr nicht ver⸗ ſprechen wollte, ihn treu zu pflegen, wenn ſie auch nicht mehr da ſei.
Ich ſuchte ſie zu tröſten, denn ich dachte, ſie meinte, daß ihr Liebeskummer ſie tödten würde. Als ſie aber nochmals ſo ernſt in mich drang, verſprach ich es ihr. Sie ſah mich an mit einem unausſprechlichen Blicke, dann ſagte ſie:„Brigitte, bete für mich! Es iſt möglich, daß ich ſehr un⸗ glücklich werde, und ich glaube es faſt, denn es ruht kein Segen auf ſolchen Thaten. Dennoch aber muß ich ihm folgen, denn ich bin ſein Weib! Lebewohl!“
Ehe ich Zeit hatte, ihr etwas zu erwiedern oder ſie zurückzuhalten, hatte ſie meine Kammer verlaſſen, und als ich mich angekleidet, und hinaus wollte, ihr 8 d war meine Thür von außen ſchloſſen. klopfte und ſchrie, man ſolle öff⸗ da rief üi eine männliche Stimme zu: veig oder Du biſt des Todes! Und vor ſchreck ſank ich ohnmächtig zuſammen..)
Brigitte ſchwieg, und trocknete ſich mit dem
Tuche die Schweißtropfen ab, welche die Rück⸗ 2
Bonners. II.


