Teil eines Werkes 
7. Theil, Bonners oder Geschichte eines Millionärs : 2. Band (1860)
Entstehung
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chen, und Charles ſeufzte ſchmerzvoll, als er be⸗ dachte, wie ſo verſchieden der Schwur und der Segen an dem Sterbebette ſeines Vaters von dem ſeiner Mutter geweſen, ach! und dieſen Segen der Liebe, nach welchem er darbte, hatte eine Fremde von ſeiner Mutter erhalten! ,.

Weiter! Weiter! ſagte er dumpf.

Brigitte ſtillte ihre Thränen und fuhr fort.

Auf einmal aber ward Jſabella ſtiller und ſchweigſamer, oft kam ſie Morgens aus ihrem Kämmerlein mit verweinten Augen, und wenn ich 8 ſie bat, mir ihren Kummer zu vertrauen, ſchüt⸗ telte ſie ſchweigend ihr liebliches Köpfchen. Jeden Tag ging ſie in die Meſſe, denn ſie war eine fromme Katholikin, und wenn ſie zurückkehrte, ſchien ſie mir beſonders aufgeregt und unruhig.

Ich dachte, der Beichtvater möchte vielleicht ihr Gewiſſen allzu ſehr beunruhigen, und als ich ſie eines Morgens wieder mit rothgeweinten Au⸗ gen nach ihrem Gebetbüchlein greifen ſah, um in die Meſſe zu gehen, bat ich ſie, es lieber nicht zu thun, ſondern ſich Ruhe zu gönnen; ſie ſagte aber, dies ſei ihr einziges Glück auf dieſer Welt, und ſie wolle lieber ſterben, als dies nicht thunz ſo ging ſie.

Ich ſchlich ihr nach, denn ich war neugie geworden, und ſeht, Herr, gleich an der näch

Ecke ſah ich, wie ein Herr ihr entgegenkam und ihr ſeinen Arm bot, den ſie auch annahm, und