mußt gehen, und ihn ſuchen, der mir meine Toch⸗ ter ſtahl! Mehr, mehr, der mich zum Bettler machte, der mir raubte, was ich in langen Jah⸗ ren mühſam geſammelt! Ja, er hat mich zum Bettler gemacht! Und wenn Du gekommen biſt, mein Geld zu erben, ſo gehe, gehe, verlaß dieſes Haus, denn es iſt das eines Bettlers! Fluch über ihn, der es mir ſtahl!“
„Meine Schweſter entführt!“ rief Charles, „meine Iſabella!“
„Und mein Geld geſtohlen! Mein Geld! Und ich, während die Wuth mir das Blut ſtechend vorch die Adern jagte, ich konnte nicht nach, den Ränber aufzuſpüren, ſeine Spur zu verfolgen, und ihn zu ermorden! Ein gefeſſelter, gelähmter Gichtkranker mußte ich daheim ſitzen in meinem einſamen Gemach, und nagen an meiner Pein und meiner Wuth! Charles, Du ſollſt mich rächen an dieſem Diebe, dieſem Räuber, denn ſeine That iſt es, die mich tödtet! Er iſt mein Mörder! mein Mörder!“
Lautes Aechzen unterbrach dieſe heftige Rede, und faſt beſinnungslos ſank der Greis zurück.
Das Geſicht mit den Händen bedeckend kniete der unglückliche Sohn, der nun auf einen Schlag
Vater und Schweſter verlieren ſollte an dem La⸗ ger; ſein Herz war zu voll, es gab keine Worte für ſeinen Kummer.
Eine lange Pauſe folgte, die nur dann und


