Teil eines Werkes 
7. Theil, Bonners oder Geschichte eines Millionärs : 2. Band (1860)
Entstehung
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tend vor Erwartung, faßte er den Klopfer und

ſchlug an die Thür.

Eine lange, peinvolle Pauſe folgte, die dem Harrenden eine Ewigkeit dünkte.

Endlich ward die Thür geöffnet, und eine alte Magd fragte traurigen Blicks nach dem Begehr.

Es iſt noch die alte Brigitte! murmelte der Fremde mit einem leiſen Lächeln, und fragte dann:Schaue mich an, Brigitte, kennſt Du mich nicht mehr? 1

Die Alte ſah ihn verwundert an und ſchüttelte ſchweigend den Kopf. 8

Kennſt mich nicht mehr, mich, dem Du oft heimlich ein Stückchen Brod gereicht, und, wenn ich artig war, einen Häringsſchwanz dazu?

O Jemine, Ihr wäret unſer weggelaufener

Sohn! Ja, ja, das bin ich in der That! Alſo nun erkennſt Du mich! Da, da, meine Sa⸗ chen, und nun laß mich ſchnell zu meinem Vater!

Und der ungeduldige Sohn wandte ſich nach der finſtern kleinen Treppe, als Brigitte ihn zu⸗ rückhielt und mit zitternder, weinerlicher Stimme ſagte:Wenn Ihr denn wirklich unſer lieber Charles ſeid, und an der Narbe an der Stirn hier und an Eurem gutmüthigen Geſicht erkenne ich, daß Ihr es ſeid, ach, ſo ſeid Ihr zu einer ſehr ſchlimmen Stunde gekommen, und doch möchte ich faſt glauben, der Herr unſer Gott ſelber

habe Euch zu dieſer Stunde Eures Vaters Haus