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ein armer, unbemittelter Mann! Und ob er mich wohl wieder erkennen wird? Es ſind jetzt acht⸗ zehn Jahre, ſeit ich ihm davonlief, weil er mich und mein kleines vierjähriges Schweſterchen faſt verhungern ließ. Achtzehn Jahre! Wie ſchön muß Jſabella jetzt ſein, mein füßes kleines Schwe⸗ ſterchen.
Sein Herz klopfte laut vor Ungeduld und: Verlangen, das Ziel ſeiner Fahrt bald zu erreichen, und ſeine Verſprechungen eines glänzenden Lohnes feuerten den Kutſ s einer größeren Beſchleu⸗ nigung an.
Endlich hielt der Wagen, der Fremde ſprang heraus, und ſchaute mit hochglühenden Wangen das kleine Häuschen an, vor dem er ſtand. Er erkannte es wohl, dies niedrige, unſcheinbare Haus; achtzehn Jahre waren verfloſſen, ſeit er zum letz⸗ ten Male, Abſchied nehmend, es angeblickt; aber er hatte es treu in ſeinem Gedächtniſſe bewahrt, und wie er es jetzt anſchaute, ſagte er mit einem
leiſen Seufzer: Ja, das Haus iſt daſſelbe ge⸗
blieben, Gott gebe, daß auch ſeine Bewohner die⸗ ſelben ſind!—
An der Hausthüre, auf der ſchmuzigen alten Blechplatte ſtand ein faſt verwiſchter, unleſerlicher Name, aber des Fremden Augen erkannten ihn, und ſein Herz ſchlug höher in freudiger Luſt, denn es war der Name ſeines Vaters. 3 8 i zitternden Händen, bangend und fürch⸗
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