„Herr, glauben Sie's nicht, es kann's Nie⸗ mand unter drei Schilling.“
Dieſe Worte waren an einen der Paſſagiere gerichtet, der ſich ſoeben, ſein weniges Reiſegepäck † unter dem Arm, den Fiakers näherte. Es war ein großer, ſtattlicher Jüngling, deſſen ſonnen⸗ verbranntes Antlitz einen längern Aufenthalt in
den heißern Zonen verrieth. Sein etwas fremd⸗ ländiſcher Anzug, der breitgeſchirmte Hut, die wei⸗ ten Pantalons, der dunkelrothe Leibgürtel, in welchem ein Paar Piſtolen ſteckten, Alles dies verrieth ihn als einen Auslätder. 4
„Herr, für drei Schillinge bis zum Weſtend! b Sie bekommen's nicht wohlfeiler; und müſſen doch fahren, denn ein Fremder findet ſich nicht zurecht in unſrer ſchönen Stadt London.“„
„Und wer ſagt Dir, daß ich ein Fremder bin?“ fragte der Angeredete mit voller wohlklin⸗ gender Stimme im reinſten Engliſch und ſprang in den Fiaker.„Mein Junge, es fragt ſich, wer in den Winkelgäßchen Londons beſſer Beſcheid 1
weiß, Du oder ich? Aber vorwärts jetzt! Je raſcher Du fährſt, deſto mehr Lohn!“
„Und wohin?“»
Der Fremde nannte eine der abgelegneren Vor⸗ ſtädte, und fort rollte der Wagen.
Soll mich verlangen, dachte der Fremde, ob der Vater noch in ſeinem kleinen Häuschen wohnt, 3 um ſeine Nachbarn glauben zu machen, er ſei
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