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Der Betrug iſt klar und erwieſen. Auf der Baro⸗ nin Elsleben und dem Prediger Gotthold haftet ſchwerer Verdacht, von dem ſie ſich nicht werden zu befreien vermögen. Uebrigens iſt es meine Pflicht, ſogleich dem Kammergericht die nöthige Auzeige zu machen und dieſe Documente vorzulegen. Die Ba⸗ ronin Elsleben darf bis auf Weiteres ihr Zimmer nicht verlaſſen, ſie iſt vorläufig eine Gefangene in ihrem Hauſe! Auch Sie, Frau Baronin Hermfeld und Herr Doctor Linz, müſſen bereit ſein, den Ge⸗ richten ſich zu ſtellen und Ihre Ausſagen zu wieder⸗ holen. Bis dahin werden Sie ſo gütig ſein, Berlin nicht zu verlaſſen.
Frau von Hermfeld hatte ſinnend und traurig zur Erde geblickt, während der Mann der Juſtiz ſprach; als ſie jetzt ihr Haupt erhob, leuchtete eine edle freudige Entſchloſſenheit von ihrem Antlitz. Es war nicht um irdiſchen Gewinnes willen, daß ich hie⸗ her kam, ſagte ſie. Der Reichthum hat nichts mehr zu ſchaffen mit mir, denn ich, meine Herren, bin eine Tochter der Armuth geworden; ich habe viel gelit⸗ ten, viel geweint, ſo lange ich noch die reiche Baronin Hermfeld war. Aber eines Tages entſchloß ich mich arm zu ſein, all dieſen Flitterſtaat von mir zu wer⸗ fen, dieſe prunkende Lüge, unter welcher ich mein Bettlerthum bis dahin verborgen hatte, und mit feſtem, unerſchütterlichem Muthe, mit ſtolz aufgerich⸗ tetem Haupte der Welt die Wahrheit zu bekennen und ſie ſehen zu laſſen, daß ich eine Bettlerin ſei. 4 Und die Armuth trocknete meine Thränen, ſie nahm 1 mich ſanft an ihr warmes Herz, ſie öffnete mir die reichen Quellen geheimnißvoller, heiliger Freuden, welche nur die Armen kennen. Ich entbehrte nicht mehr, ich litt nicht mehr, es gab keinen Kampf mehr und keine Lüge,— dies Alles hörte auf, ſeit ich den
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