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Und jetzt erzählte er einfach und klar, was wir ſchon wiſſen, ſeinen Beſuch an dem Bette des kran⸗ ken Schreibers, der, von Allen verlaſſen, ſelbſt von Denen vergeſſen, für die er gearbeitet und zum Ver⸗ brecher geworden, in der Stunde ſeines Todes, halb aus Rache, halb in der Verzweiflung der Reue, dem Einzigen, welcher an ſeinem Sterbelager ſtand, dem Arzte, ein ſchweres Vergehen ſeines Lebens gebeichtet, und ihn aufgefordert hatte, in ſeinem Namen es wie⸗ der gut zu machen.
Wie hieß dieſer Mann? fragte der Juſtizcom⸗ miſſarius.
Eduard ſagte ernſt: Es war der Schreiber Braune!
Bemerken Sie, welche Veränderung in dem ſchö⸗ nen Antlitz meiner Schwägerin vorgeht! ſagte Frau von Hermfeld, auf die Baronin deutend.
Wirklich, es war eine große Veränderung; die vorher ſo ruhigen Züge der Baronin Elsleben waren jetzt bleich und ſchreckensvoll, ihre Zähne ſchlugen aufeinander, wie im Fieberfroſt, halb ohnmächtig ſank ſie an die Rücklehne ihres Stuhles.
Emmy eilte mit einem Ausruf des Schreckens zu ihrer Mutter, aber ſelbſt jetzt noch fand die Baronin die Kraft, ihre Tochter von ſich zu ſtoßen, und ihr die Hand, auf welche das weinende junge Mädchen ihre zitternden Lippen heftete, zu entreißen.
Und was beichtete Ihnen der Schreiber Braune? fragte der Juſtizcommiſſarius.
Er erzählte mir, daß er zu einem ſehr frommen Vereine gehört habe, zu dem Vereine der Lilienblät⸗ ter nämlich, welchen die Baronin Elsleben geſtiftet hat. Jedes Mitglied dieſes Vereines mußte ſich zu unbedingtem Gehorſam gegen die Obern, die ſoge⸗ nannten Staubfäden, verpflichten, und einer dieſer


