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daß er das Teſtament für ungültig erklärt und mich in einem Codicill zu ſeiner Univerſalerbin ein⸗ geſetzt hat.
Hat mein Bruder dies gethan? fragte Frau von Hermfeld den Juſtizbeamten.
Dieſer reichte ihr mit einem ſtummen Kopfnicken das Codieill dar.
Frau von Hermfeld warf einen langen, prüfenden Blick auf dies Papier, dann ſchweifte ihr Auge hin⸗ über zu Emmy, die angſtvoll, zitternd auf dieſe ſelt⸗ ſame Scene ſchaute.
Dieſes Codicill iſt falſch! ſagte die Baronin Herm⸗ feld mit verächtlichem Ton.
Ein Ausdruck des Schreckens und Staunens zeigte ſich auf allen Geſichtern, ſelbſt die Baronin Elsle⸗ ben war im augenblicklichen Schrecken bleich gewor⸗ den, ſie faßte ſich aber ſogleich wieder und verſuchte zu lächeln.
Was ſagen Sies rief der Iuſtizbeamte ſtreng.
Ich ſage, dieſes Codicill iſt falſch, und ich will es beweiſen!
Nun, dieſe Unverſchämtheit überſteigt alle Grenzen, rief die Baronin Elsleben verächtlich.
Sie reden von ſich ſelber, nicht wahr? fragte Frau Hermfeld. 3
Die Beweiſe, die Beweiſe! riefen die Männer der Juſtiz.
Eduard trat vor.
Ich, meine Herren, bin im Stande dieſe Beweiſe zu geben, ſagte er. Ich bin Arzt,— mein Beruf führt mich an das Bett der Kranken und Leidenden, und der Schmerz des Körpers erweicht oft das ver⸗ härtetſte Gemüth und führt es zur Reue, zur Buße. So kommt es, daß der Arzt oft auch der Beichtvater ſeiner Kranken wird.


