Teil eines Werkes 
3. Theil (1860)
Entstehung
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Solches iſt mein letzter, unabänderlicher Wille, den ich mit meiner eigenen Hand geſchrieben und unterſiegelt habe ꝛc.

Eine feierliche Pauſe trat ein.

Emmy war auf ihre Kniee geſunken und betete. Es war ein Gebet des Dankes und der Freude, denn ihre Mutter war keine Bettlerin mehr.

Gott iſt gerecht, rief die Baronin, die Hände faltend, er verläßt nicht die, welche an ihn glauben!

In dieſem Augenblick ward die Thür des Salons haſtig aufgeriſſen und in derſelben erſchien der Doc⸗ tor Eduard Linz, den Diener zurückhaltend, welcher einer Frau den Eintritt in den Salon verweigern wollte.

Dieſe Frau war die Baronin Hermfeld.

Mit ſtolzen, ernſten Schritten trat ſie bis in die Mitte des Salons.

Sie hätten Ihre Dienerſchaft beſſer und anſtän⸗ diger gewöhnen ſollen, Frau Schwägerin, ſagte ſie, ſich mit einem ſtolzen Neigen des Hauptes an die Baronin Elsleben wendend. Es will mir nicht paſſend erſcheinen, daß man der Schweſter meines Bruders den Eintritt in ſein Haus verweigern will!

Die Baronin antwortete nicht. Sie war bleich geworden. Dieſer ſo plötzliche, ſo unerwartete Be⸗ ſuch ihrer Schwägerin mußte jedenfalls eine unge⸗ wöhnliche Bedeutung haben, wider ihren Willen zitterte die fromme Baronin.

Dieſe Frau iſt die Baronin Hermfeld? fragte der Juſtizbeamte ungläubig.

Und wirklich, die höchſt einfache, faſt ärmliche Kleidung der Baronin ſtand in einem ſeltſamen Con⸗ traſt mit dieſem glänzenden Salon und der koſtba⸗ ren Toilette der Baronin Elsleben. Ein dunkles, bis zum Halſe hinaufreichendes Kattunkleid umhüllte